Tennis Open Stadtwerke Meerbusch mit spektakulärem Start

Oscar Otte

Otte besiegt Stebe

„Das waren wirklich erstklassige Matches“, so Turnierdirektor Marc Raffel am Ende eines langen Tennistages im Meerbuscher Teremeer. Zunächst stoppte der Regen das Tun der deutschen Topspieler. Nachdem zunächst um 10.30 Uhr gestartet werden sollte, begannen die Matches wegen der schlechten Witterung erst um 12.30 Uhr. Einer der Turnierfavoriten, Maxi Marterer, setzte sich im ersten Match in zwei Sätzen mit 6:3, 7:6 gegen den Krawietz-Nachrücker Marvin Möller durch. French Open Doppelsieger Krawietz hatte seinen Start verletzungsbedingt kurzfristig absagen müssen. Im zweiten Match auf dem STM Center Court gewann Yannick Maden gegen Daniel Masur nach heftiger Gegenwehr des Münchners Masur am Ende mit 6:0 6:7 7:5 und war nach seinem engen Sieg vor allem mit seiner Leistung in der entscheidenden Phase im dritten Satz zufrieden.

Match Nr. 3 brachte dann die erste wirkliche Überraschung. Oscar Otte bezwang den an Nr. 1 gesetzten Cedrik-Marcel Stebe nach einer überzeugenden Leistung mit 6:3 3:6 6:4. „Das war das erste Mal, dass ich gegen Ceddi gewinnen konnte und bin natürlich sehr zufrieden. Ich habe die Corona-Pause genutzt und mehr an meinem Körper gearbeitet. Ich bin zuversichtlich, dass sich das auch in Zukunft auszahlen wird“, so Otte nach dem Match beim Siegerinterview.

Yannick Maden

Das letzte Match des Tages zwischen Yannick Hanfmann und Mats Rosenkranz musste beim Stand von 4:6 6:3 wegen Dunkelheit abgebrochen werden und wird als zweites Match am Freitag (nicht vor 11.30 Uhr) fortgesetzt. Morgen beginnt Oscar Otte sein Match gegen Yannick Maden bereits um 10 Uhr. Nach dem weitergeführten Spiel Hanfmann gegen Rosenkranz geht es dann mit der Begegnung Stebe/ Masur weiter, gefolgt von der Partie Marterer/Rosenkranz und nicht vor 17.30 Uhr dann das Match des Tages mit dem Spiel Hanfmann gegen Möller.

SPIELPLAN UPDATE

Marvin Moeller (WC), DTB Pro Serie 2020, Troisdorf, TC Rot-Weiß Troisdorf s e.V., 11.06.2020, Foto: Claudio Gärtner

Kevin Krawietz kann verletzungsbedingt nicht antreten. Für ihn kommt Marvin Möller als Nachrücker ins Feld!

2.2

Maximilian Marterer im Interview: „Wir sollten über jedes Match dankbar sein“

Maximilian Marterer (6), DTB Pro Serie 2020, Troisdorf, TC Rot-Weiß Troisdorf s e.V., 11.06.2020, Foto: Claudio Gärtner

Mit 25 Jahren gehört Maximilian Marterer zu den etablierten Profis im deutschen Tennis. Nach einer langen Verletzungspause greift die ehemalige Nummer 45 der Weltrangliste wieder an und steht im Halbfinale der Tannenhof Resort German Men’s Series (9. bis 12. Juli in Meerbusch). Im Interview mit dem Deutschen Tennis Bund spricht der Nürnberger über seine Fitness, die Gegner im Halbfinale und seine weitere Turnierplanung in 2020.

 

Herr Marterer, Sie haben in den vergangenen Monaten viel Zeit mit Verletzungen zugebracht. Wie geht es Ihnen heute?

Mir geht es sehr, sehr gut. Ich habe die ersten Matches während der Turnierserie gut weggesteckt und fühle mich auch im Training wohl. Wenn es so weitergeht, bin ich positiv und fit, wenn es mit den Halbfinalpartien losgeht.

 

Durch die Coronakrise konnten Sie nach Ihrer Genesung leider nicht richtig durchstarten. Nun spielen Sie schon die dritte Woche in der Tannenhof Resort German Men’s Series mit. Wie fühlt es sich an, wieder kontinuierlich auf dem Platz zu stehen und Matchpraxis zu sammeln?

Das Gefühl ist natürlich super. Generell sollten wir Spieler in der jetzigen Situation über jedes Match dankbar sein. Es steht außer Frage, dass der Wunsch nach internationalen Turnieren da ist. Es geht eben auch um Punkte für die Weltrangliste, aber im Moment müssen wir mitnehmen, was aktuell angeboten wird. Da kommt die Tannenhof Resort German Men’s Series gerade recht und es ist eine coole Idee, diese Serie in Deutschland zu spielen. Es ist sehr praktisch für uns Spieler, dass die Reisewege auch nicht so weit sind.

 

Sie haben mit tollen Leistungen das Halbfinale erreicht. Was können Sie noch erreichen?

Ich glaube, dass noch viel möglich ist. In der Gruppenphase habe ich wirklich gute Matches gespielt – ein paar waren auch nicht so gut. Aber der Gesamteindruck ist durchweg positiv und ich kann mich auch noch etwas steigern. Mit Yannick Hanfmann, Mats Rosenkranz und Kevin Krawietz habe ich natürlich schwierige Gruppengegner. Mein Ziel ist es aber, in der Finalrunde Ende Juli dabei zu sein. Ich kenne die Jungs gut und freue mich darauf!

 

Mit 25 Jahren gehören Sie nicht mehr zu den Nachwuchstalenten, sondern könnten für die Jugend schon als Vorbild gelten. Auch während der Serie haben Sie mit jüngeren Spielern zu tun gehabt – wird man da automatisch zum Ratgeber?

Wenn ich sehe, welche Spieler bislang mitgespielt haben, dann ist ganz klar, dass ich schon zu den älteren gehöre (lacht). Aber ich bin zum Glück noch nicht einer der ältesten Spieler. Generell wäre es natürlich schön, wenn die Youngster mich, mein Spiel oder eben die Sachen, die ich ganz gut mache, als eine Art Vorbild nehmen würden. Direkt angesprochen wurde ich nicht, aber ich habe ja auch ein paar Matches gegen die jüngeren Spieler gespielt. Ich hoffe, dass sie daraus etwas für die Zukunft mitnehmen können. Für die Jugendlichen ist es auf jeden Fall eine tolle Gelegenheit zu sehen, wie die Top-Spieler aus Deutschland agieren und wo es ihnen persönlich vielleicht noch fehlt. Man hat ja auch gesehen, dass der Nachwuchs gut mitspielen kann und gute Erfolge verbuchen konnte.

 

Die ATP hat verkündet, dass die Tour ab Mitte August wieder losgehen soll. Was halten Sie davon und haben Sie schon einen Plan, welche Turniere Sie spielen wollen?

Der vorläufige Turnierplan für die Challenger-Turniere wurde erst vor kurzem veröffentlicht. Ich werde mich in kommender Zeit eher auf diese Kategorie konzentrieren. Aktuell bin ich aber noch skeptisch, wie sich die Situation entwickeln wird und wie viele Turniere überhaupt Mitte August losgehen werden. Wünschen würde ich es mir natürlich, aber es steht eben noch ein großes Fragezeichen dahinter.